Innere Medizin · Journal
Anhaltende Erschöpfung.
Wenn Müdigkeit bleibt, auch nach ausreichend Schlaf.
Es fühlt sich an wie eine bleierne Schwere, die auch nach einer durchgeschlafenen Nacht nicht weicht. Gelegentliche Müdigkeit kennt jeder. Hält die Erschöpfung über Wochen an und bessert sich kaum durch Schlaf, steckt häufig mehr dahinter als ein anstrengender Lebensabschnitt.
Was dahinterstecken kann
Infrage kommen unter anderem ein Eisenmangel, eine Schilddrüsenunterfunktion, ein zurückliegender Infekt oder eine nicht erkannte Schlafapnoe, bei der der Schlaf trotz ausreichender Dauer nicht erholsam ist. Auch psychische Belastung kann sich zunächst als rein körperliche Erschöpfung zeigen.
Was die Diagnostik zeigt
Ein Blutbild kann einen Eisenmangel, eine Schilddrüsenstörung oder Entzündungswerte sichtbar machen. Das ärztliche Gespräch zu Schlaf, Lebensstil und Vorerkrankungen liefert oft entscheidende Zusatzinformationen, die ein Laborwert allein nicht zeigen kann. Hält die Erschöpfung über Wochen an, lohnt sich eine internistische Abklärung — oft lässt sich die Ursache mit wenig Aufwand finden und gezielt behandeln.
Was im Körper passiert
Bei Eisenmangel fehlt dem Körper der Baustoff für Hämoglobin, das in den roten Blutkörperchen Sauerstoff transportiert — jede Zelle bekommt dadurch weniger Sauerstoff, was sich als Müdigkeit und Kraftlosigkeit bemerkbar macht. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion fehlt das Hormon, das den Stoffwechsel antreibt — der Körper fährt sprichwörtlich auf Sparflamme. Bei einer Schlafapnoe setzt die Atmung nachts immer wieder kurz aus, der Körper schreckt dadurch unbemerkt hoch — der Schlaf wirkt lang, ist aber nie tief genug, um wirklich zu erholen.